Hund im Rasseprofil

Hovawart

Der Hovawart ist ein großer, vielseitiger Gebrauchshund aus Deutschland. Er wurde als wachsamer Hof- und Schutzhund gezüchtet und gilt bis heute als selbstbewusst, belastbar und eng an seine Familie gebunden.

ArbeitsfreudigEigenständigLoyalReserviert gegenüber FremdenSelbstbewusstWachsam
Ein Hovawart mit leichtem Verband an der Pfote liegt entspannt auf einer Decke, während sein Besitzer erleichtert neben ihm sitzt.
Ein Hovawart Hund mit Pflegebedarf liegt entspannt auf einer Decke, während sein Besitzer beruhigt bei ihm ist.

Kurz einordnen

Tierart

Hund

Größe

Gross

Lebenserwartung

10-14 Jahre

Steckbrief

Herkunftsland

Deutschland

Größe

Gross

Schulterhöhe

58-70 cm

Gewicht

25-40 kg

Lebenserwartung

10-14 Jahre

Felltypen

Langhaar, Stockhaar

Farben

Schwarzmarken, Schwarz, Blond

FCI-Gruppe

Gruppe 2

FCI-Standard

Nr. 190

Seltenheitsgrad

Mittel

Bilder von Hovawart

Nahaufnahme eines freundlichen Hovawart Hundes mit aufmerksamen Blick in weichem Licht.
Der Hovawart strahlt Freundlichkeit und Vertrauenswürdigkeit aus.
Ein Hovawart sitzt ruhig neben seinem Besitzer im modernen Wartezimmer einer Tierarztpraxis.
Ein Hovawart zeigt Ruhe und Vertrauen im Wartezimmer einer modernen Tierarztpraxis.
Ein aufmerksamer Hovawart Hund steht in natürlicher Haltung vor einem hellen Hintergrund.
Ein Hovawart Hund in professionellem Tierportrait zeigt die charakteristische Körperform und Fellstruktur der Rasse.

Charakter

Der Hovawart ist ein selbstbewusster, wachsamer und arbeitsfreudiger Hund mit enger Bindung an seine Bezugspersonen. Er gilt als loyal und belastbar, bringt aber oft ein eigenständiges Wesen und einen ausgeprägten Schutz- und Wachinstinkt mit. Seine Eignung hängt stark von früher Sozialisierung, konsequenter Erziehung und passender Auslastung ab.

ArbeitsfreudigEigenständigLoyalReserviert gegenüber FremdenSelbstbewusstWachsam
Verspieltheit3/5
Wachsamkeit5/5
Trainierbarkeit4/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Bellfreude3/5
Energielevel4/5
Sozialverhalten Hunde3/5

Erziehbarkeit

Der Hovawart ist lernfähig und grundsätzlich gut erziehbar, arbeitet aber oft nicht rein auf Gefälligkeit. Er hinterfragt mitunter Anforderungen und profitiert von ruhiger, konsequenter und fairer Führung. Härte ist meist kontraproduktiv; wichtig sind Bindung, klare Regeln und eine frühe, breit angelegte Sozialisierung.

Wachtrieb

Deutlich ausgeprägt. Der Hovawart wurde unter anderem als Hof und Wachhund geschätzt und zeigt häufig territoriale Aufmerksamkeit sowie Schutzbereitschaft. Dieses Verhalten sollte früh in kontrollierte Bahnen gelenkt werden, damit der Hund Alltagssituationen sicher einordnen kann.

Jagdtrieb

Meist mittel ausgeprägt. Einzelne Linien und Individuen können stärker auf Wildreize reagieren, insgesamt steht aber eher Wach und Schutzverhalten im Vordergrund als ausgeprägtes Jagdinteresse. Rückruf und Impulskontrolle sollten dennoch sorgfältig aufgebaut werden.

Alleinbleiben

Nur schrittweise trainieren. Viele Hovawarte binden sich eng an ihre Menschen und sind nicht dafür gemacht, regelmäßig lange allein zu bleiben. Mit gutem Aufbau ist ein angemessenes Alleinbleiben oft möglich, pauschal sollte man jedoch keine hohe Unabhängigkeit erwarten.

Der Hovawart ist meist kein unkomplizierter Hund für jede Lebenssituation. Er braucht klare Führung, viel Sozialkontakt, gute Umweltgewöhnung und sinnvolle Beschäftigung. Gegenüber Fremden kann er reserviert sein. Bei unzureichender Führung oder Auslastung können Wachverhalten, Eigenständigkeit oder territoriales Auftreten stärker hervortreten.

Alltag & Haltung

Familie

Bei guter Erziehung, enger Einbindung in den Alltag und verantwortungsvoller Sozialisierung kann der Hovawart ein zuverlässiger Familienhund sein. Er passt aber eher zu aktiven Haushalten mit Hundeerfahrung, klaren Strukturen und ausreichend Platz. Für Familien mit sehr viel Besuch, wenig Zeit oder unklaren Regeln ist er oft weniger passend.

Wohnung

Nein

Anfänger

Nur eingeschränkt. Für engagierte Anfänger mit sehr guter Vorbereitung, Hundeschule und konsequenter Begleitung kann ein Hovawart machbar sein, er ist aber meist eher für erfahrene Halter geeignet. Sein Wachtrieb, seine Eigenständigkeit und sein Bedürfnis nach sinnvoller Führung machen ihn für völlige Einsteiger oft anspruchsvoll.

Bewegungsbedarf

Relativ hoch. Der Hovawart braucht tägliche körperliche Bewegung und geistige Auslastung, etwa durch lange Spaziergänge, kontrolliertes Training, Nasenarbeit oder andere Aufgaben. Reine Beschäftigung über wildes Ballwerfen reicht meist nicht aus.

Hitzeverträglichkeit

Mittel. Durch Größe und Fell ist starke Hitze oft belastend. Aktivitäten sollten an warmen Tagen in die kühleren Stunden gelegt werden, mit Schatten, Wasser und angepasster Intensität.

Kälteverträglichkeit

Gut. Der Hovawart ist durch sein Fell meist recht robust gegenüber kühleren Temperaturen, solange Bewegung, Gesundheitszustand und Wetterlage berücksichtigt werden.

Reisetauglichkeit

Mit früher Gewöhnung oft ordentlich, aber nicht automatisch unkompliziert. Ein Hovawart reist meist besser, wenn er Transport, fremde Orte und wechselnde Umweltreize von klein auf positiv kennenlernt. Wegen Wachsamkeit und Territorialverhalten sollte man ihn auf Reisen gut führen und absichern.

  • Begleithund
  • Familienhund
  • Rettungshund
  • Wachhund

Sozialverhalten

Menschen

Gegenüber den eigenen Menschen meist sehr anhänglich und loyal. Fremden begegnet der Hovawart oft zunächst reserviert bis prüfend, ohne zwangsläufig unverträglich zu sein. Gute Sozialisierung hilft, zwischen neutralem Umfeld und tatsächlichem Schutzbedarf zu unterscheiden.

Kinder

Mit respektvollen, angeleiteten Kindern kann der Hovawart gut zurechtkommen und sich eng anschließen. Wichtig sind klare Grenzen auf beiden Seiten, da Größe, Kraft und Wachsamkeit im Familienalltag verantwortungsvoll begleitet werden müssen. Nicht jeder Vertreter ist automatisch für turbulente oder sehr unruhige Kinderumgebungen ideal.

Andere Hunde

Das Verhalten ist individuell und stark von Sozialisierung und Führung abhängig. Viele Hovawarte sind mit gutem Aufbau sozial verträglich, können aber selbstbewusst auftreten und nicht jeden Hundkontakt suchen. Frühzeitiges, kontrolliertes Kennenlernen anderer Hunde ist sinnvoll.

Pflege

Pflegeart

Regelmäßige Fellpflege

Pflegeintervall

2-3 mal pro Woche, im Fellwechsel häufiger

Fellpflege

Mittel

Haaren

Mittel bis stark

Sabbern

Gering

Pflegeaufwand

Mittel

  • Fell gründlich bürsten
  • Krallen kontrollieren und bei Bedarf kürzen
  • Ohren kontrollieren und sauber halten
  • Pfoten nach Spaziergängen kontrollieren
  • Unterwolle im Fellwechsel auskämmen
  • Zähne regelmäßig reinigen
  • Baden nur bei starker Verschmutzung, um die natürliche Schutzfunktion des Fells zu erhalten.
  • Das wetterfeste Stockhaar sollte regelmäßig gebürstet werden, damit lose Haare und Schmutz entfernt werden.
  • Hängende Ohren sollten regelmäßig auf Feuchtigkeit und Verschmutzungen kontrolliert werden.
  • Während des Fellwechsels ist häufigeres Ausbürsten sinnvoll.
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Ernährung & Kalorien

Der Hovawart ist ein großer, aktiver Hund und profitiert in der Regel von einer ausgewogenen, altersgerechten Ernährung mit hochwertigem Protein. Die Futtermenge sollte an Gewicht, Alter und Aktivität angepasst werden. Aufgrund der Größe ist eine kontrollierte Energiezufuhr wichtig, damit ein schlanker, gut bemuskelter Körperzustand erhalten bleibt. Tagesrationen können auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein.

ReferenzgewichtAktivitätKalorien pro Tag
25 kgAktiv1600 kcal
25 kgInaktiv1100 kcal
25 kgNormal1350 kcal
35 kgAktiv2100 kcal
35 kgInaktiv1450 kcal
35 kgNormal1750 kcal
45 kgAktiv2550 kcal
45 kgInaktiv1750 kcal
45 kgNormal2150 kcal

Die Werte sind grobe Orientierungen und ersetzen keine tierärztliche Ernährungsberatung.

Beschäftigung & Sport

  • Apportierarbeit
  • Fährtenarbeit
  • Gehorsamkeitstraining
  • intelligente Denkspiele
  • lange Spaziergänge
  • Suchspiele

Passende Aktivitäten

FährtenarbeitMantrailingObedienceRally ObedienceWandern

Geschichte des Hovawarts

Der Hovawart gehört zu den alten deutschen Hof- und Wachhundtypen. Der Name leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab und bedeutet sinngemäß „Hofwächter“. Historische Erwähnungen deuten darauf hin, dass solche Hunde bereits im Mittelalter als Bewacher von Haus und Hof geschätzt wurden.

Als klar definierte Rasse wurde der Hovawart jedoch erst im 20. Jahrhundert systematisch wieder aufgebaut. Züchter in Deutschland sammelten geeignete ländliche Hofhunde und ergänzten den Bestand mit anderen Hunderassen, um einen leistungsfähigen, belastbaren und wesensfesten Gebrauchshund zu formen. Ziel war ein vielseitiger Hund mit Schutztrieb, Selbstständigkeit und enger Bindung an seine Menschen.

Heute wird der Hovawart sowohl als Familien-, Wach- und Arbeitshund als auch im Hundesport und Rettungshundewesen eingesetzt. Sein Charakter verlangt eine konsequente, faire Erziehung und ausreichend Beschäftigung.

  1. 1274

    Eine frühe schriftliche Erwähnung des Namens Hovawart findet sich im mittelalterlichen deutschen Sprachraum.

  2. 1922

    In Deutschland beginnt der planmäßige Wiederaufbau des Hovawarts als eigenständige Rasse.

  3. 1937

    Der Hovawart wird in Deutschland offiziell als Rasse anerkannt.

  4. 1955

    Die FCI erkennt den Hovawart international an.

Gesundheit

Tierarztkosten: Mittel

Der Hovawart gilt insgesamt als robuste und belastbare Hunderasse. Wie bei größeren Hunderassen können jedoch rassetypische Risiken im Bereich des Bewegungsapparats sowie vereinzelt Augen- und Herzprobleme auftreten. Eine angepasste Aufzucht, kontrollierte Bewegung im Wachstum, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unterstützen die langfristige Gesundheit.

Die Lebenserwartung liegt häufig im mittleren bis guten Bereich für einen großen Hund. Gesundheitsvorsorge, Gewichtskontrolle, gelenkschonende Bewegung und züchterische Sorgfalt können sich günstig auf die Lebensqualität im Alter auswirken.

Hüftgelenksdysplasie

HochGenetisches Risiko: Ja

Bei dieser großen Rasse wird ein erhöhtes Risiko für Fehlentwicklungen des Hüftgelenks beschrieben. Die Ausprägung kann unterschiedlich sein und sich auf Bewegungsfreude und Belastbarkeit auswirken.

Prävention: Auf moderates Wachstum achten, Übergewicht vermeiden, gelenkschonende Bewegung fördern und auf sorgfältige Zuchtselektion achten.

Ellenbogendysplasie

MittelGenetisches Risiko: Ja

Auch im Ellenbogenbereich können bei größeren, aktiven Hunden entwicklungsbedingte Gelenkveränderungen vorkommen. Diese können die Vorderhand belasten und die Beweglichkeit einschränken.

Prävention: Gleichmäßige Belastung im Wachstum, kein starkes Übergewicht und tierärztliche Kontrolle bei Auffälligkeiten des Gangbilds.

Magendrehung

HochGenetisches Risiko: Nein

Bei großen, tiefbrüstigen Hunden besteht ein mögliches Risiko für eine Magendrehung. Das Risiko ist nicht spezifisch nur für diese Rasse, wird bei entsprechendem Körperbau jedoch beachtet.

Prävention: Futterportionen aufteilen, starke körperliche Aktivität rund um die Fütterung begrenzen und Fressverhalten ruhig gestalten.

Augenerkrankungen

MittelGenetisches Risiko: Ja

Vereinzelt werden bei der Rasse erbliche oder altersabhängige Augenveränderungen diskutiert. Frühzeitige Kontrollen helfen, Entwicklungen rechtzeitig einzuordnen.

Prävention: Regelmäßige Augenuntersuchungen im Rahmen der Vorsorge und Zuchteinsatz nur nach geeigneten Untersuchungen.

Herzerkrankungen

MittelGenetisches Risiko: Ja

Bei einzelnen Linien können Herzprobleme als mögliches Risiko eine Rolle spielen. Eine kardiologische Abklärung kann bei Auffälligkeiten sinnvoll sein.

Prävention: Regelmäßige tierärztliche Auskultation, Abklärung bei verminderter Belastbarkeit und verantwortungsvolle Zuchtwahl.

  • Gelenkbelastung im Wachstum
  • Hitze
  • Übergewicht
  • Augen und Herz im Rahmen regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen mitbeurteilen lassen, insbesondere bei älteren Hunden oder familiärer Vorbelastung.
  • Bei großen Futterportionen oder hastigem Fressen das Fütterungsmanagement mit der Tierarztpraxis besprechen.
  • Das Körpergewicht regelmäßig kontrollieren, da ein schlanker Ernährungszustand Gelenke und Herz-Kreislauf-System entlasten kann.
  • Im Junghundealter auf orthopädische Entwicklung achten und bei Auffälligkeiten des Gangbilds eine tierärztliche Untersuchung veranlassen.

Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Diagnose. Bei Beschwerden sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt kontaktiert werden.

Versicherung

Empfohlene Absicherung

Vollschutz oder mindestens OP-Versicherung

Kurzempfehlung

Für den Hovawart kann je nach Budget ein Vollschutz oder mindestens eine OP-Versicherung sinnvoll sein.

Der Hovawart ist ein großer, aktiver Hund. Bei größeren Rassen können orthopädische Probleme, Verletzungen im Bewegungsapparat und kostenintensive Behandlungen oder Operationen relevant werden. Durch das oft hohe Aktivitätsniveau können zudem unfallbedingte Tierarztkosten entstehen. Ein Vollschutz kann helfen, auch Diagnostik und Behandlungen bei Erkrankungen abzudecken, während eine OP-Versicherung vor allem bei größeren Eingriffen finanziell entlasten kann.

  • Bei rassetypischen oder häufiger beobachteten Gelenkproblemen können wiederkehrende Tierarztkosten entstehen.
  • Bildgebende Diagnostik, Nachsorge und mögliche Operationen können bei größeren Hunden kostenintensiv sein.
  • Das aktive Bewegungsverhalten kann das Risiko für Verletzungen an Gelenken, Bändern und Muskeln erhöhen.
  • Große Hunde können bei orthopädischen Erkrankungen höhere Behandlungskosten verursachen.
  • Bildgebende Verfahren, Narkose und Nachbehandlungen sind bei größeren Hunden oft mit erhöhtem Aufwand verbunden.
  • Kreuzbandverletzungen oder andere Schäden am Bewegungsapparat können Operationen und Reha nach sich ziehen.
  • Orthopädische Erkrankungen wie Hüft- oder Ellenbogenprobleme können langfristige Behandlungskosten verursachen.
  • Unfallbedingte Verletzungen durch Bewegung, Sport oder Außeneinsätze können akute hohe Tierarztkosten auslösen.
  • Bei aktiv geführten Hunden kann auf Leistungen für Unfallfolgen und orthopädische Behandlungen geachtet werden.
  • Ein Tarif mit guter OP-Kostenübernahme kann bei größeren Hunden besonders relevant sein.
  • Je nach Budget kann ein Vollschutz sinnvoll sein, wenn auch ambulante und stationäre Behandlungen abgesichert werden sollen.
  • Sinnvoll kann eine Absicherung sein, die auch Diagnostik vor einer Operation einschließt.
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